Alle Beiträge ab 2015 im Schweinheimer Mitteilungsblatt [hier]
Die aktuelle Ausgabe vom 9.8.2018 [hier] mit den folgenden Inhalten:

Busfahrt am Samstag, dem 13. Oktober

zum Hambacher Schloss in der Pfalz

Pommes-Frites-Automat an der früheren Tankstelle Zahn ?

Weiter wichtiges:
Neu: Unser historisches Bildarchiv [hier]
Die für unsere Mitglieder kostenlose Jahresgabe 2018, ein Bildband
mit dem Titel  "Moi Schwoije", ist in unserer Geschäftsstelle wieder vorrätig.
Zusätzliche Exemplare können, auch von Nichtmitgliedern, für 15 Euro erworben werden.
Ferienzeit - Urlaubszeit vom 1. bis 23. August
Ab Mittwoch, dem 29. August ist unsere Geschäftsstelle wieder geöffnet
Den aktuellen Schweinheimer Veranstaltungskalender gibt es [hier]
 

Auflösung Juli-Rätsel

"Wer kennt unsere Schweinheimer Heimat?"

Juli-Rätsel

Hier die Lösung unseres Fachbeirates Armin Kolb:

"Bis in die siebziger Jahre fuhren tagtäglich zahlreiche LKWs  mit Schotter aus dem Steinbruch  am Stengerts an diesem Anwesen vorbei. Hier befand sich die Kreuzung zwischen der Bahmersgasse/Schulzengasse/Aumühlstraße/Sodener Str. Sie fuhren von der Aumühlstraße kommend über die Schulzengasse und bogen dann rechts in die Marienstr. ab.  Das gezeigte Anwesen befand sich an der Ecke Aumühlstr./Sodener Str.  Hausnummernmäßig hatte es die Bezeichnung Sodener Str. 2. Es handelt sich um die Metzgerei Jäger. Im Laden war die Babette (Barbara) Jäger und im Schlachthaus ihr Mann Walter Jäger und der Sohn Friedel. Auf dem Bild zeigt sich das Wohnhaus mit dem Vorgarten, der durch die Sanierung teilweise in die Straße gefallen ist. Dahinter – entlang der Aumühlstraße - war zuerst der Verkaufsladen mit großem Schaufenster und dahinter das Schlachthaus. Barbara Jäger (1919 – 1996), Walter Jäger (1918 – 2002) und Friedel Jäger (1945 – 1980), der durch einen tragischen Verkehrsunfall auf der Würzburger Str. ums Leben kam, sind auf dem Schweinheimer Friedhof, gleich gegenüber der Aussegnungshalle beerdigt. Das Anwesen ist bereits in Urplan von 1860 im derzeitigen Gebäudeumfang eingezeichnet. Später wurde dann das Anwesen Sodener Str. 2a – Schuster Lorenz Appelmann - herausgemessen."
Der glückliche Gewinner Achim T. aus Schweinheim erhält eine Wanduhr mit einem Schweinheimer Motiv und wird von uns benachrichtigt. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern, das nächste Rätsel folgt demnächst.

Schweinheim hat mit dem jüdischen Friedhof auf dem Erbig eine Gedenkstätte besonderer Art. Herrlich gelegen mit einem weiten Blick in das Maintal, bei schönem Wetter sogar bis zum Feldberg im Taunus. Bei dem jüdischen Friedhof auf dem Erbig handelte es sich um einen Bezirksfriedhof, der die Verstorbenen aus Aschaffenburg, Großostheim, Schöllkrippen, Kleinwallstadt, Großwallstadt, Hofstetten, Obernau, Sulzbach, Hobbach, Goldbach und Hösbach aufnahm. Insgesamt befinden sich dort 584 Gräber. Das älteste Grab stammt aus dem Jahre 1735 und das jüngste aus dem Jahr 1942. Seit 1890 gibt es noch einen weiteren jüdischen Friedhof in Aschaffenburg. Dieser befindet sich neben dem Altstadtfriedhof auf dem Güterberg.

Erste Zeugnisse jüdischen Lebens in Aschaffenburg reichen zurück bis in die Jahre 1267/68. Das Totenbuch des Stifts St. Peter und Paul in Aschaffenburg enthält aus dieser Zeit den Ortsvermerk „bei der jüdischen Schule“. Die erste urkundliche Namensnennung stammt von 1293. Der Jude Samuel tauschte damals eine Hofstatt in der Großen Metzgergasse 2 (1875 wurde dieser Straßenabschnitt in Dalbergstraße umbenannt).

Schreiben Hamann Echters ViztumSchreiben Hamann Echters Viztum zu Aschaffenburg (Stadt- und Siftsarchiv Aschaffenburg)

Über das Alter des jüdischen Friedhofs auf dem Erbig findet man sehr unterschiedliche Angaben. Häufig wird bereits von einer urkundlichen Erwähnung aus dem Jahre 1453 gesprochen. Der Verfasser hält sich jedoch an den gesicherten Forschungsstand von Dr. Hans Bernd Spies, Leiter des Stadt- und Stiftsarchivs Aschaffenburg. Als gewichtiges Argument gegen das Bestehen eines Judenfriedhofes in Aschaffenburg um diese Zeit stellt nach Dr. Spies der Inhalt eines Schreibens dar, das „Hamann Echter Viztum zu Aschaffenburg“ (Vertreter des Erzbischofs von Mainz in landesherrlichen Angelegenheiten im Oberstift Aschaffenburg) am 15. Februar 1417 an den Bürgermeister und Rat der Reichsstadt Frankfurt am Main richtete. Er äußerte sich sinngemäß: „ Die Juden im Oberstift haben sich beschwert, dass sie bisher gemeinsam mit den Frankfurter Juden den dortigen Friedhof nutzten, den ihre Vorfahren gegen einen jährlichen Zins von Euch gekauft hatten. Doch ihr verbietet diesen nun die Nutzung des Friedhofes. Ich fordere Euch namens des Erzbischofs von Mainz auf, den Juden des Oberstifts wie von Alters her die Nutzung des Frankfurter Judenfriedhofes zu gestatten.“ Doch der Frankfurter Rat lehnte es mit Schreiben vom 25. Februar ab „alle tode Juden“ aus der Umgebung in die Stadt zu bringen und sie „vff den Juden Kirchhoffe der In der stadt frankfurt liget“ begraben zu lassen.